Jira einrichten in 2025 – Praktische Tipps für einen schnellen Einstieg

28. August 2025

Von Rubina Kapahnke

Du möchtest Jira einrichten und suchst nach einer einfachen Anleitung, um schnell loszulegen? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Jira in 2025 einfach einrichtest und von Anfang an effizient nutzt. Egal, ob du erste Erfahrungen sammelst oder dein Team professionell mit Jira arbeiten möchte, mit den folgenden Tipps gelingt dir der Einstieg.

Warum Jira?

Jira ist eines der meistgenutzten Tools im agilen Projektmanagement. Gerade für neue Scrum Master und Product Owner kann es jedoch anfangs überwältigend wirken. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du den Einstieg mit Jira meisterst und es gezielt für dein Scrum-Projekt einsetzt.

Viele Wege führen nach Rom

Jira kennt jedoch nicht nur viele, sondern sehr viele Wege, um ans Ziel zu kommen. Personen, die bereits jahrelang mit Jira gearbeitet haben – uns eingeschlossen – entdecken immer wieder neue Funktionen oder sind überrascht, wie vielseitig das Tool genutzt werden kann. Das ist jedoch kein Problem, denn niemand braucht wirklich alles, was Jira bietet.

Zudem haben sich gewisse Best Practices etabliert. Und auch wenn jede Organisation ein wenig anders damit arbeitet, erkennt man doch immer wieder die gleichen Muster. Damit ihr euch in dem riesigen Straßennetz mit all den Schildern, Verzweigungen und Routen nicht verirrt, haben wir euch hier einen kleinen Guide für die ersten Schritte zusammengestellt.

Was du mitbringen darfst

Einen Anwendungsfall. Im Ernst, ohne Anwendungsfall lässt sich Jira nicht sinnvoll erlernen. Theoretisch zu bleiben, funktioniert aufgrund der vielen Möglichkeiten leider nicht gut.

Wenn du also gerade aktiv in einem Projekt steckst und mit dem Gedanken spielst, Jira zu verwenden, super! Falls nicht, dann sind hier ein paar mögliche Ideen, damit du nicht vom Ziel abkommst. Falls du in agilen Teams arbeiten möchtest, empfehlen wir dir, ein Produkt-Mindset in dein Vorhaben zu integrieren.

Projekt-Ideen

  • Renovierung deiner Wohnung
  • Planung einer (Welt-)Reise
  • Fitness-Challenge mit dem Ziel, einen bestimmten Zustand zu erreichen

Produkt-Ideen

  • Deine eigene Weiterbildung für die nächsten Monate/Jahre (wobei du und deine Fähigkeiten das „Produkt“ sind)
  • Dein eigenes Leben, das für die nächsten drei Monate organisiert werden möchte
  • Fitness-Challenge mit dem Ziel, fitter zu werden

Du kannst auch gerne alles andere verwenden, was dir in den Sinn kommt. Wichtig ist nur, dass du einen Anwendungsfall hast.

Als Beispiel verwenden wir nun „Scrum Master Weiterbildung.“

Jira ausprobieren

1. Jira-Instanz vorbereiten

2. Product Backlog vorbereiten

Epics erstellen

  • Navigiere zum Backlog und wähle „Neues Epic erstellen.“
  • Trage den Namen des Epics ein.

Beispiel-Epics:

  • Grundlagen & Notwendigkeit für Agilität verstehen
  • Grundlagen von Scrum erlernen
  • Kanban-Praktiken erlernen
  • Miro als digitales Werkzeug anwenden können
  • Jira als digitales Werkzeug anwenden können
  • Zertifikate erwerben

Stories & Tasks hinzufügen

  • Klicke auf „Neues Issue erstellen“ und wähle den Issue-Typ „Story“ oder „Task“.
  • Ordne die Story oder den Task einem entsprechendem Epic zu.
  • Füge eine Beschreibung hinzu.
  • Fertig → Wiederholen für alle anderen Aufgaben.

Beispielaufgaben (Issues):

  • Scrum Guide lesen
  • Video „Was ist Scrum?“ auf YouTube anschauen
  • Video „Was ist Kanban?“ auf YouTube anschauen
  • „Professional Scrum with Kanban“-Guide lesen
  • Grundlagenmodule der Miro Academy abschließen
  • Buch Scrum Mastery lesen
  • Jira-Instanz installieren
  • „Professional Scrum Master I Open Assessment“ durchführen
  • Podcast Die Produktwerker – Folge 13 anhören

Priorisieren

  • Sortiere die Stories im Backlog nach Wichtigkeit.
  • Ziehe die wichtigsten Aufgaben in den ersten Sprint.

Beispiel-Sprint-Backlog für zwei Wochen:

  • Video „Was ist Scrum?“ auf YouTube anschauen
  • Video „Was ist Kanban?“ auf YouTube anschauen
  • Scrum Guide lesen
  • „Professional Scrum Master I Open Assessment“ durchführen

Dein Backlog sollte nun in etwa so aussehen:

3. Sprint durchführen

Sprint starten

  • Wechsle in den Sprint-Modus und starte den ersten Sprint.
  • Arbeite die Aufgaben im Sprint-Board entsprechend der Planung ab.
  • Füge stetig neue Aufgaben in das Backlog hinzug, sobald dir neue bekannt sind.

Fortschritt tracken

  • Nutze Dashboards und Burndown-Charts, um deinen Fortschritt zu überwachen.

Retrospektiven durchführen

  • Nach jedem Sprint reflektieren, was gut lief und was verbessert werden kann.

Wiederholen

  • Wiederhole dieses Vorgehen und bekomme so immer mehr ein Gefühl dafür, wie Jira funktioniert.

Nächste Schritte & Übungen

Wenn du ein echtes Vorhaben oder Projekt gewählt hast, kannst du Jira nun einfach weiter nutzen und durch die Arbeitsweise erste wertvolle Erfahrungen sammeln. Natürlich lässt sich Jira allein nicht so gut simulieren und erlernen wie in der Zusammenarbeit mit anderen Personen.

Jira entfaltet seine volle Stärke erst in der Kollaboration im Team oder Projekt. Aber auch ohne diese Möglichkeit kannst du weitermachen. Die folgenden Aufgabenstellungen und Problemstellungen helfen dir, Jira noch besser zu verstehen und tiefer in seine Funktionen einzutauchen. Eine KI deiner Wahl, kann dir helfen auf Ideen und Möglichkeiten in Jira zu kommen, die dir heute noch nicht bekannt sind.

Aufgabenstellungen

  • Füge einem Vorgang einen Anhang & eine Beschreibung hinzu.
  • Kommentiere einen Vorgang.
  • Füge eine „Blocked by“-Verknüpfung zwischen zwei Vorgängen hinzu.
  • Konvertiere einen Vorgang vom Typ „Task“ in den Typ „Story“.
  • Lege Sub-Tasks für eine Aufgabe an.
  • Füge eine neue Spalte auf deinem Board hinzu, z. B. „Code Review“.
  • Schließe einen Sprint ab und analysiere danach die „Diagramme“.
  • Stelle auf den Dark Mode um.
  • Erstelle dir ein Dashboard mit den für dich wichtigsten Informationen.

Problemstellungen

  • Immer wieder wird vergessen, den Prozess „Code Review“ einzuhalten. Wie könntest du Jira nutzen, um dieses Problem zu lösen?
  • Du hast aus Versehen fünf Issues vom Typ „Task“ angelegt, aber eigentlich sollten sie vom Typ „Story“ sein. Was kannst du tun?
  • Du möchtest wissen, ob das Team ordentliche Sprint-Ziele verwendet. Wo kannst du nachsehen?
  • Das Team vergisst immer wieder, sich automatisch zuzuweisen, wenn es eine Aufgabe beginnt. Was kannst du tun?
  • Du möchtest alle relevanten Informationen auf einen Blick sehen. Welche Optionen hast du?
    • „Assigned to me“ aus allen Projekten
    • Burndown-Chart des aktuellen Sprints
    • Alle nicht zugewiesenen Issues
  • Du möchtest bei bestimmten Issues proaktiv informiert werden, wenn sich etwas verändert. Wie kannst du das einrichten?
  • Du würdest gerne sehen, welche Product-Backlog-Items Abhängigkeiten zu anderen haben – auch epicübergreifend. Welche Ansicht kannst du nutzen?
  • Dein Backlog wird immer unübersichtlicher. Du zweifelst daran, ob ältere Items noch relevant sind. Wie würdest du in Jira vorgehen?
  • Du möchtest wissen, wie lange Items im Durchschnitt im Product Backlog „altern“. Wo bekommst du diese Informationen?
  • Es gibt immer wieder sogenannte „Spikes“, und du möchtest dafür einen eigenen Issue-Typ erstellen, der das Bild eines grünen Fragezeichens enthält.
  • Das Team beschließt, keine Story Points mehr zu verwenden, sondern stattdessen T-Shirt-Größen. Jetzt braucht das Team ein Custom Field mit dem Namen „T-Shirt Size“ für alle Issues im Projekt.

Schlusswort

Jira kann deine Arbeit, das Produkt und die Zusammenarbeit deines Teams verbessern, aber auch komplizierter machen. In unserer Weiterbildung Digital Project Management & Collaboration Tools fokussieren wir uns auf die Anwendung in der agilen Produktentwicklung und beleuchten Jira aus den verschiedenen Rollen wie Scrum Master, Developer oder Product Owner heraus. Wir geben nützliche Tipps & Tricks, implementieren Automatisierungen und verwenden Integrationen in anderen Werkzeuge wie Confluence oder Miro. Jedoch bleibt dabei stets ein Grundsatz aus dem agilen ManifestIndividuen und Interaktionen > Prozesse und Werkzeuge.

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